Das Ende der Veranstaltung war ergreifend: 33 Sängerinnen und Sänger des Internationalen Deutsche-Welle-Chores sangen L’Hymne à la joie, eine französisch-deutsche Version von Beethovens Ode an die Freude. 200 Gäste des Benefizkonzertes in der Bergisch Gladbacher Zeltkirche standen sichtlich im Bann dieses weltweit am häufigsten aufgeführten Stückes der Musikgeschichte. Grandios!
Aber beginnen wir vorne: Vor 20 Jahren, am 29. August 2006, bekam eine kleine Gruppe um Gabriele Apicella, Horst Fossen, Rainer Henze, Hans-Josef Irlenbusch und Dettlef Rockenberg nach Jahren der Vorarbeit von der Bezirksregierung Köln die offizielle Stiftungsurkunde für die Eine-Welt-Stiftung Rhein-Berg. Ihr Zweck ist rasch erklärt: Wir alle leben in „Einer Welt“ – eine andere gibt es nicht – weshalb es nur gerecht ist, wenn Bewohner privilegierter Regionen Menschen ärmerer Länder unterstützen. Projekte aus den Bereichen Bildung und Kleinwirtschaft sollten im Vordergrund stehen, die Förderung von Schulen etwa oder die Vergabe von Mikrokrediten für den Aufbau einer Schneiderei oder den Ankauf von Saatgut. Alle Projekte verfolgen das Ziel „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das Konzept funktioniert. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas hat die Eine-Welt-Stiftung Rhein-Berg in den letzten zwei Jahrzehnten Gruppen und Initiativen gefördert.
Und weil runde Geburtstage gebührend gefeiert werden sollten, lud die Eine-Welt-Stiftung Rhein-Berg am 11. Oktober 2026 in die Bergisch Gladbacher Zeltkirche Kippekausen zu einem Benefizkonzert mit dem Internationalen Deutsche-Welle-Chor. 33 Sängerinnen und Sänger aus 15 Nationen präsentierten in den jeweiligen Landessprachen 17 Lieder aus aller Welt. Das Liebeslied A-Li-Shan Zhi Ge aus Taiwan etwa, Südafrikas Kampflied gegen die Apartheid Nkosi Sikelel’ iAfrika, die iranische Freiheitshymne der Frauen Baraye, den Friedensappell Yarraba Ssalami / Hewenu Shalom aus Palästina/Israel sowie Arnissi von Mikis Theodorakis und dem griechischen Literatur-Nobelpreisträger Giorgos Seferis, die Hymne der Widerstandsbewegung gegen die griechische Militärdiktatur. Lieder aus Polen, Tansania, Serbien, Argentinien, Schweden, der Schweiz, der Ukraine, den Philippinen und den USA vervollständigten den Abend.
Eine außergewöhnliche Veranstaltung, immer getragen von der Sehnsucht nach Gemeinschaft, Brüderlichkeit und Frieden in dieser unserer Einen Welt! Den Schlusspunkt setzte der Deutsche-Welle-Chor mit der eingangs erwähnten französisch-deutschen Version der Ode an die Freude. Geschrieben hat den Text Friedrich Schiller, Ludwig van Beethoven komponierte die Musik für den vierten Satz seiner 9. Sinfonie. Und heute? Heute ist die Melodie der Ode an die Freude offizielle Europahymne. Das passt doch perfekt!



Mirko Smiljanic
Bergisch Gladbach, den 14.10.2026